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...im Gestus der Ohnmacht“
Interkulturelle Ethik und Individuation im Werk C.G. Jungs

Vorlesung am ISAP Zürich am 05.11.2009

Nach Oswald Spengler (1880), dem Verfasser des berühmten Werks „Der Untergang des Abendlandes“ (1924) und Zeitgenosse Jungs ist die sog. Zivilisation das letale Endstadium einer Kultur – sie „erstarrt, stirbt ab, ihr Blut gerinnt, ihre Kräfte brechen“ (Hermann, S. 234). Jede Kultur durchläuft Kindheit, Jugend, Reife und Alter bzw. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Grossstadt ist die sichtbare Manifestation einer Kultur, die in ihr „anorganisches Stadium“ eingetreten ist, in ihr türmen sich die Schichten der Geschichte immer höher übereinander – „das grosse steinerne Sinnbild des Formlosen“. (S. 225) Der darin lebende Mensch: Ein „Parasit, der reine, in traditionslos fluktuierender Masse auftretende Tatsachenmensch, irreligiös, intelligent, unfruchtbar.“ Diese „amorphen und entseelten Menschenmassen“ streiften als „verbrauchter Stoff einer grossen Geschichte“, ohne jede Verbindung zu einer Gemeinschaft oder zum Boden ziellos durch die Weltstädte wie London, Paris, New York. (S. 237)

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Burnout und westliche Kultur aus der Sicht der Jung’schen Energetik

Vorlesung am ISAP Zürich am 18.02.2008

Burnout – der Klang des Wortes – irgendwie schwebt er machtvoll im öffentlichen Raum – bedrohlich wie ein Damoklesschwert für die einen, entlastend für die anderen, diejenigen nämlich, welche für ihren seelischen und körperlichen Zustand, für eine Vielzahl störender, einschränkender und oft als beschämend empfundener Symptome endlich einen Namen und damit eine „Erklärung“, ja eine Legitimation gefunden haben.

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Das Unbewusste als multiples Bewusstsein – C.G. Jungs Durchbruch zu einem neuen Verständnis des Subjekts

Vorlesung am ISAP Zürich am 25.05.2005

In seiner Schrift „Theoretische Überlegungen zum Wesen des Psychischen“, um die es in dieser Vorlesung geht, umreisst Jung „das, worauf es mir eigentlich ankommt“ als die „Tatsache, dass ein neben dem Bewusstsein existierendes zweites psychisches System ... insofern von absolut revolutionierender Bedeutung ist, als dadurch unser Weltbild von Grund auf verändert werden könnte.“ (GW 8, 369)

Und weiter: „Ziehen wir die Hypothese des Unbewussten ernsthaft in Betracht, so müssen wir einsehen, dass unser Weltbild nur als vorläufig gelten darf; denn wenn man am Subjekt des Wahrnehmens und Erkennens eine so grundlegende Veränderung wie die einer Verdoppelung vollzieht, so muss ein Weltbild, das von dem bisherigen verschieden ist, entstehen.“ (370)

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Krebs und Psyche – Mythen und Fakten

Vorlesung am ISAP Zürich am 01.11.2018 (Internationales Seminar für Analytische Psychologie)

Krebs ist sowohl eine der häufigsten Krankheiten (Inzidenz einer von drei Personen wird voraussichtlich einmal mit einer Krebsdiagnose konfrontiert) wie auch eine der häufigsten Todesursachen (WHO 2008) – es ist daher nicht überraschend, dass eine Krebsdiagnose das Lebensereignis ist, vor dem sich viele Menschen am meisten fürchten (Künzler et. al., 2005).

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Die Analytische Psychologie zwischen Selbstbefreiung und Selbstbegrenzung

Vorlesung in Wien 26.08.2019

Ein entfesselter politisch korrekter Zeitgeist sowie höchste kollektive Ansprüche in Bezug auf Wissenschaftlichkeit fordern die Analytische Psychologie hinsichtlich der theoretischen wie ethischen Legitimierbarkeit ihrer Wertungen, wissenschaftlichen Aussagen und Diagnosen aufs Äusserste heraus. Jung vollzieht in seinen klar erkenntnistheoretischen Überlegungen eine rückhaltlose Selbstbesinnung der Psychologie, die sie als wertende Instanz der Philosophie voranstellt, die Subjekt und Objekt der Psychologie in ihrer zirkulären Dynamik völlig neu entwirft und schliesslich um Möglichkeiten der Selbstbegrenzung und Selbstkorrektur ringt, von denen ihre Legitimation als Wissenschaft abhängt. Der Artikel arbeitet die problematischen wie auch die weitaus überwiegenden konstruktiven Aspekte dieser unauflösbaren «Krisis» heraus.

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Michael Péus, lic. phil.

Psychotherapeut ASP

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