Publikationen

Die Analytische Psychologie zwischen Selbstbefreiung und Selbstbegrenzung

Erschienen in:

Analytische Psychologie – Zeitschrift für Psychotherapie und Psychoanalyse, Heft 194, 2/2020, 51. Jg., S. 370 - 403 – Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a. M.

Artikel

Ein entfesselter politisch korrekter Zeitgeist sowie höchste kollektive Ansprüche in Bezug auf Wissenschaftlichkeit fordern die Analytische Psychologie hinsichtlich der theoretischen wie ethischen Legitimierbarkeit ihrer Wertungen, wissenschaftlichen Aussagen und Diagnosen aufs Äusserste heraus. Jung vollzieht in seinen klar erkenntnistheoretischen Überlegungen eine rückhaltlose Selbstbesinnung der Psychologie, die sie als wertende Instanz der Philosophie voranstellt, die Subjekt und Objekt der Psychologie in ihrer zirkulären Dynamik völlig neu entwirft und schliesslich um Möglichkeiten der Selbstbegrenzung und Selbstkorrektur ringt, von denen ihre Legitimation als Wissenschaft abhängt. Der Artikel arbeitet die problematischen wie auch die weitaus überwiegenden konstruktiven Aspekte dieser unauflösbaren «Krisis» heraus.

Der Tod „tritt ein“
Transformation in Todesnähe

Erschienen in:

Analytische Psychologie – Zeitschrift für Psychotherapie und Psychoanalyse, Heft 189, Gegensätze - Gegenteile, 49. Jg., 1/2018, S. 106 – Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a. M.

Artikel

Die Beziehung zum Tode ist für den westlichen Menschen verstellt durch die Paradigmen philosophischer Metaphysik, christlicher Glaubensüberzeugung und Naturwissenschaft, welche trotz der Gegensätzlichkeit ihrer Grundpositionen in der Negierung, Verharmlosung und Bekämpfung des Todes konvergieren. Durch die kritische Lektüre vor allem der überraschend affinen Aussagen C.G. Jungs und Jean Baudrillards exploriert der vorliegende Text die paradoxe Pathologie westlicher „Kränkung“ des Todes und entwirft eine ihn in seiner symbolischen und transformatorischen Kraft zurückgewinnende Sicht. 

Symbolon und Diabolon –
„Totalitäre“ Massenmedien und ihre Wirkung auf die Seele

Erschienen in:

Analytische Psychologie – Zeitschrift für Psychotherapie und Psychoanalyse, Heft 185, Seele und Cyberspace, 47. Jg., 3/2016, S. 298 – 325, Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a. M.

Artikel

C.G. Jungs tiefe Sorge um den Verlust des „vereinigenden Symbols“ und der Folgen für Seele und Menschheit korrespondiert mit Jean Baudrillards Formulierung von der „diabolischen Essenz der Reproduktion“, wie sie uns - prägend für unsere Epoche - vor allem in den visuellen Zeichencodes der Massenmedien begegnet. Die Medien konkurrieren durch ihre Sucht-evozierende Technik totaler Präsentation und Multiplikation mit den subtileren symbolbildenden Prozessen des Unbewussten und treiben so die von Jung zeitlebens angeprangerte dissoziierende Wirkung der Kultur auf die Psyche und so die Zerstörung des Symbolischen bis zum Äussersten voran. Die vorliegende Arbeit analysiert die Wirkung der Medien auf die Seele u.a. unter Beizug exemplarischer philosophischer und literarischer Zeugnisse vor allem aus der Entstehungsphase des massenmedialen Zeitalters, welche sich mit Jungs Kulturkritik zu einer vielstimmigen, im Kern aber konvergierenden Diagnose des gegenwärtigen kollektiven Bewusstseins verbinden.